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Hausgeburt in Österreich: Voraussetzungen, Risiken und Kosten

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In Österreich kommen rund 1,5 Prozent der Babys zu Hause zur Welt, 2022 waren es 1.192 Kinder (Statistik Austria, Merkmale von Geborenen 2022). Eine Hausgeburt ist möglich, wenn Mutter und Kind gesund sind und die Schwanger­schaft ohne Komplikationen verlaufen ist. Begleitet wird sie von einer Hebamme, die drei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem errechneten Termin in Rufbereitschaft ist.

Knapp jede fünfte geplante Hausgeburt endet dennoch im Krankenhaus, bei Erstgebärenden fast jede dritte. Die österreichische Fachgesellschaft für Frauenheilkunde lehnt Hausgeburten als nicht ausreichend sicher ab.

Voraussetzungen für eine Hausgeburt

Ob eine Hausgeburt in Frage kommt, entscheiden Ärztin oder Arzt und Hebamme anhand der Befunde aus dem Eltern-Kind-Pass. Ausgeschlossen ist sie unter anderem bei (Gesundheitsportal, Spitalsgeburt und Hausgeburt):

  • chronischen Erkrankungen der Mutter, etwa Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krankheiten des ungeborenen Kindes
  • vorzeitigen Wehen und Frühgeburten
  • Zwillingen oder Mehrlingen
  • Beckenendlage oder Querlage
  • einer Plazenta praevia, bei der der Mutterkuchen vor dem Muttermund liegt

Außerdem sollte eine Geburtsklinik schnell erreichbar sein. Das Gesundheitsportal empfiehlt, sich trotz geplanter Hausgeburt in einem nahen Krankenhaus zur Geburt anzumelden, das rund um die Uhr Geburtshilfe bietet und höchstens 15 Minuten entfernt ist. Dann liegen dort alle Unterlagen vor, falls eine Verlegung nötig wird. Wie die Anmeldung in Wien funktioniert, steht unter Geburtskliniken in Wien.

Wie oft verlegt werden muss

Laut Gesundheitsportal müssen in Österreich im Schnitt 19 von 100 geplanten Hausgeburten abgebrochen werden, bei Erstgebärenden sind es über 30 Prozent. Häufige Gründe für einen Transfer ins Spital:

  • Wunsch nach Schmerzmitteln, der häufigste Grund
  • auffällige Herzfrequenz des Kindes
  • Fieber oder Infektion der Mutter
  • Kindspech (Mekonium) im Fruchtwasser
  • Bluthochdruck, Präeklampsie oder Blutungen

Die Verlegung braucht Zeit, die im Notfall fehlt. Eine Periduralanästhesie ist zu Hause nicht möglich, weil sie nur von einer Ärztin oder einem Arzt gesetzt werden darf. Auch die Messung des Blutsauerstoffs beim Neugeborenen, die in der Klinik vorgeschrieben ist, fällt bei einer Hausgeburt weg.

Die Fachgesellschaften für Frauenheilkunde in Österreich und Deutschland begründen ihre Ablehnung mit eingeschränkten Möglichkeiten für Notfallbehandlung und Überwachung, der hohen Verlegungsquote und fehlender Qualitätssicherung.

So läuft eine Hausgeburt ab

  1. Hebamme suchen: früh, spätestens bis zur 20. Schwanger­schaftswoche. Beim ersten Gespräch klärt die Hebamme über Ablauf und Risiken auf.
  2. Hausbesuche in der Schwanger­schaft: Die Hebamme sieht sich die Wohnung an und bespricht, was vorbereitet werden muss. Die Kasse zahlt bei einer geplanten Hausgeburt bis zu acht Besuche.
  3. Rufbereitschaft: ab drei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem errechneten Termin.
  4. Die Geburt: Bei den ersten Zeichen rufen Sie die Hebamme. Sie untersucht regelmäßig, bringt Geräte zur Überwachung und zur Sauerstoffversorgung des Babys mit. Gebärhocker, Pezziball oder die Badewanne können genutzt werden.
  5. Danach: Die Hebamme bleibt etwa drei Stunden, um Nachblutungen zu kontrollieren. Sie untersucht das Neugeborene und trägt die Ergebnisse in den Eltern-Kind-Pass ein. Einen Dammriss näht sie je nach Schwere selbst, kompliziertere Verletzungen brauchen eine Ärztin oder einen Arzt.
  6. Wochenbett: In den ersten fünf Tagen täglich ein Hausbesuch, bis zur achten Lebenswoche bei Bedarf weitere.

Was eine Hausgeburt kostet

Der Beistand der Hebamme bei der Geburt ist grundsätzlich eine Kassenleistung, auch zu Hause. Laut Hebammenzentrum Wien gibt es aber kaum Hebammen mit Kassenvertrag, die Hausgeburten begleiten. Meist übernimmt eine Wahlhebamme (Hebammenzentrum Wien, Kostenüberblick):

Kosten Wahlhebamme für die Hausgeburt1.900 bis 3.100 €
Rückerstattung durch die Krankenkassebis zu 1.500 €
Eigenanteil bei voller Erstattungrund 400 bis 1.600 €

Richtwerte laut Hebammenzentrum Wien, Stand September 2026. Enthalten sind Schwangerenbetreuung, Rufbereitschaft, Geburt und Wochenbett. Je nach Modell sind zwei Hebammen bei der Geburt.

Die Kasse erstattet bei Wahlhebammen 80 Prozent des Kassentarifs, nicht der Rechnung. Wie viel Sie genau zurückbekommen, erfahren Sie bei Ihrer Krankenkasse. Mehr zu Kassen- und Wahlhebammen unter Hebammen in Wien.

Alternativen: ambulante Geburt und Hebammenpraxis

Wer möglichst schnell wieder zu Hause sein möchte, aber die Sicherheit einer Klinik will, kann ambulant im Krankenhaus entbinden. Mutter und Kind gehen dann wenige Stunden nach der Geburt nach Hause, die Nachbetreuung übernimmt die Hebamme. Voraussetzung sind unter anderem eine Geburt ohne Komplikationen und eine gesicherte Weiterbetreuung durch Kinderärztin oder Kinderarzt und Hebamme.

2022 kamen außerdem 231 Babys in Österreich in einem Entbindungsheim oder einer Hebammenpraxis zur Welt.

Häufige Fragen

Was kostet eine Hausgeburt in Wien?

Mit einer Wahlhebamme laut Hebammenzentrum 1.900 bis 3.100 Euro, die Krankenkasse erstattet bis zu 1.500 Euro. Mit einer Kassenhebamme kostet sie nichts, solche Hebammen sind für Hausgeburten aber selten.

Wie viele Kinder kommen in Österreich zu Hause zur Welt?

Rund 1,5 Prozent, 2022 waren es 1.192 Babys.

Wann ist eine Hausgeburt nicht möglich?

Etwa bei Mehrlingen, Beckenend- oder Querlage, Frühgeburt, Plazenta praevia oder chronischen Erkrankungen der Mutter wie Diabetes.

Ist eine Hausgeburt sicher?

Die österreichische Fachgesellschaft für Frauenheilkunde hält sie für nicht ausreichend sicher. Knapp jede fünfte geplante Hausgeburt endet im Krankenhaus, bei Erstgebärenden fast jede dritte.

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