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Kinderwunschkliniken in Wien: IVF-Zentren, Kosten und IVF-Fonds

Aktualisiert am

Fünf Kinderwunschzentren in Wien haben einen Vertrag mit dem IVF-Fonds: das AKH und vier private Zentren. Nur dort übernimmt der Fonds 70 Prozent der Kosten einer künstlichen Befruchtung, für höchstens vier Versuche. Paare zahlen dann rund 970 bis 1.170 Euro pro Versuch statt des vollen Tarifs von 3.200 bis 3.900 Euro.

Das Kinderwunschzentrum der Privatklinik Confraternität & Goldenes Kreuz schließt Ende September 2026. Das Kinderwunsch-Angebot des Betreibers Mavie Med gibt es dann nur noch im Kinderwunschzentrum Döbling.

Wann ein Kinderwunsch abgeklärt werden sollte

Von einer Fruchtbarkeitsstörung spricht die Medizin, wenn eine Frau und ein Mann ein Jahr lang regelmäßig ohne Verhütung Geschlechtsverkehr hatten und keine Schwanger­schaft eingetreten ist. Die Ursache liegt ungefähr je zu einem Drittel bei der Frau, beim Mann oder bei beiden. Bei etwa zehn von hundert Betroffenen bleibt sie unklar (Gesundheitsportal, Fruchtbarkeitsstörungen).

Untersucht werden deshalb immer beide. Beim Mann gehört ein Spermiogramm dazu, eine Laboranalyse der Samenprobe. Bei der Frau gehören eine gynäkologische Untersuchung mit Ultraschall, Hormonwerte im Blut und die Beobachtung des Zyklus dazu, bei Bedarf auch eine Prüfung, ob die Eileiter durchgängig sind (Gesundheitsportal, Diagnose). Tipps, was Paare vorher selbst beeinflussen können, stehen unter Kinderwunsch: die Chancen erhöhen.

Die IVF-Zentren in Wien mit IVF-Fonds

ZentrumAdresseArt
Universitätsklinikum AKH Wien, IVF-AmbulanzWähringer Gürtel 18-20, 1090 Wienöffentlich
Wunschbaby Institut FeichtingerLainzer Straße 6, 1130 Wienprivat
Kinderwunschzentrum an der WienGumpendorfer Straße 11-13/18, 1060 Wienprivat
Kinderwunschzentrum DöblingHeiligenstädter Straße 55-63, 1190 Wienprivat
Wunschkind Klinik Dr. BrunbauerEbendorferstraße 6/4, 1010 Wienprivat

Quelle: Liste der Vertragskrankenanstalten des IVF-Fonds, Sozialministerium, Stand September 2026.

AKH Wien: IVF-Ambulanz

Die Ambulanz gehört zur Abteilung für Gynäkologische Endokrinologie und Reproduktionsmedizin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde. Sie liegt auf Ebene 8C. Termine gibt es nur nach telefonischer Vereinbarung unter +43 1 40400-28970, Ambulanzzeit ist Montag bis Freitag von 8 bis 13.30 Uhr (AKH Wien, IVF-Ambulanz). Das AKH ist das einzige öffentliche IVF-Zentrum in Wien, der Selbstbehalt ist hier etwas niedriger als in privaten Zentren.

Wunschbaby Institut Feichtinger

Das Institut in Hietzing bietet regelmäßig kostenlose Infoabende und Infogespräche an. Telefon: +43 1 877 77 75 (Wunschbaby Institut, Infoabende Wien). Eine zweite Klinik mit Vertrag mit dem IVF-Fonds steht in Baden.

Kinderwunschzentrum an der Wien

Das Zentrum in Mariahilf behandelt mit IVF, ICSI und Insemination und friert auf Wunsch Samen- oder Eizellen ein. Einmal im Monat gibt es ein Kinderwunsch-Webinar. Erstkontakt unter +43 1 934 69 79 (Kinderwunschzentrum an der Wien, Kontakt).

Kinderwunschzentrum Döbling

Das Zentrum ist ein Ambulatorium in der Privatklinik Döbling und übernimmt ab Oktober 2026 auch die Patientinnen und Patienten des geschlossenen Zentrums im Goldenen Kreuz (Privatklinik Confraternität & Goldenes Kreuz). Behandelt wird unter anderem mit IVF und Insemination (Kinderwunschzentrum Döbling, Kosten).

Wunschkind Klinik Dr. Brunbauer

Die Klinik in der Inneren Stadt lädt einmal im Monat zu einem kostenlosen Infoabend ein, derzeit online an Dienstagen von 18 bis 19 Uhr (Wunschkind Klinik, Infoabende). Zum Angebot gehören Diagnostik, Spermiogramm, Insemination, IVF, Kryokonservierung und Eizellspende.

Wer Anspruch auf den IVF-Fonds hat

Der Fonds zahlt nicht automatisch. Das IVF-Zentrum prüft vor der Behandlung, ob alle Voraussetzungen erfüllt sind (Broschüre „Wir möchten ein Baby“, Sozialministerium):

  • Paar: Ehe, eingetragene Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft. Seit 2015 sind auch gleichgeschlechtliche Paare anspruchsberechtigt.
  • Medizinischer Grund: Bei der Frau beidseitig verschlossene oder funktionsunfähige Eileiter, Endometriose oder ein PCO-Syndrom, jeweils mit Befund. Beim Mann eine fachärztlich festgestellte Sterilität oder zwei auffällige Spermiogramme im Abstand von mindestens vier Wochen. Andere Wege zur Schwanger­schaft müssen ausgeschöpft sein.
  • Alter: Beim Start eines Versuchs muss die Frau unter 40 sein, der Mann oder die Partnerin unter 50. Ein laufender Versuch darf noch abgeschlossen werden.
  • Versicherung und Wohnsitz: Beide müssen krankenversichert sein, mindestens einer von beiden mit Hauptwohnsitz in Österreich. Dazu kommen Regeln zu Staatsbürgerschaft und Aufenthaltstitel.

Nach einer Sterilisation auf eigenen Wunsch gibt es keinen Anspruch, außer der andere Teil des Paares hat selbst eine anerkannte Diagnose. Inseminationen zahlt der Fonds nicht, ebenso wenig die Kosten einer Samen- oder Eizellspende. Die IVF- oder ICSI-Behandlung selbst wird aber auch dann mitfinanziert, wenn einer der beiden eine anerkannte Diagnose hat.

Was ein Versuch kostet

Die Tarife sind zwischen dem IVF-Fonds und den Zentren vereinbart. Seit 1. Juli 2025 gelten diese Beträge pro Versuch:

BehandlungAlter der FrauTarif öffentlichSelbstbehalt öffentlichTarif privatSelbstbehalt privat
IVFunter 353.238,47 €971,54 €3.322,82 €996,85 €
IVF35 bis 403.456,28 €1.036,88 €3.546,21 €1.063,86 €
ICSIunter 353.594,54 €1.078,36 €3.678,89 €1.103,67 €
ICSI35 bis 403.812,35 €1.143,71 €3.902,28 €1.170,68 €

Beträge ohne Steuern, sie können sich je nach Steuerbestimmungen des Zentrums erhöhen. Quelle: Sozialministerium, „Wir möchten ein Baby“, Stand Juli 2025.

Im Tarif enthalten sind Beratungsgespräche, Ultraschall und Labor, psychologische Betreuung, Medikamente, die Behandlung selbst und die Nachbetreuung bis zum Schwanger­schaftstest. Auch das Einfrieren übriger Embryonen und die Lagerung für bis zu sechs Monate sind dabei. Bei ICSI wird eine einzelne Samenzelle direkt in die Eizelle gespritzt, deshalb ist sie teurer als die klassische IVF.

Ein Rechenbeispiel: Eine 36-jährige Frau braucht drei ICSI-Versuche in einem privaten Zentrum. Der volle Tarif wären 3 × 3.902,28 = 11.706,84 Euro. Mit dem IVF-Fonds zahlt das Paar 3 × 1.170,68 = 3.512,04 Euro, allenfalls zuzüglich Steuer.

Abgerechnet wird direkt zwischen Zentrum und Fonds, ein eigener Antrag ist nicht nötig. Umgekehrt geht es nicht: Wer die Behandlung selbst zahlt, kann die Kosten nachträglich nicht beim Fonds einreichen. Das Ergebnis jedes Versuchs muss das Paar binnen drei Monaten an das Zentrum melden, sonst muss es den Anteil des Fonds zurückzahlen.

Wie viele Versuche mitfinanziert werden

Grundsätzlich vier pro Paar. Als Versuch zählt ein ganzer Behandlungszyklus vom ersten Medikament bis zum Nachweis, ob eine Schwanger­schaft eingetreten ist. Auch ein Transfer mit eingefrorenen Embryonen aus einem früheren Versuch zählt als eigener Versuch. Führt ein Versuch zu einer Schwanger­schaft, stehen dem Paar danach wieder vier Versuche zu.

Im Schnitt führen rund 30 Prozent der vom Fonds unterstützten Versuche zu einer Schwanger­schaft, etwa ein Viertel zu einer Geburt. Wie gut die Chancen im Einzelfall stehen, hängt vor allem vom Alter der Frau und von Vorerkrankungen ab. Das Sozialministerium rät, möglichst nur einen Embryo einzusetzen, weil Zwillings- und Drillingsschwangerschaften häufiger zu Fehl- und Frühgeburten führen.

Häufige Fragen

Wie viele Kinderwunschzentren mit IVF-Fonds gibt es in Wien?

Fünf: das AKH Wien, das Wunschbaby Institut Feichtinger, das Kinderwunschzentrum an der Wien, das Kinderwunschzentrum Döbling und die Wunschkind Klinik Dr. Brunbauer (Stand September 2026).

Was kostet eine künstliche Befruchtung in Wien?

Mit IVF-Fonds zahlen Paare 30 Prozent des Tarifs, also rund 970 bis 1.170 Euro pro Versuch, je nach Methode, Alter und Zentrum. Ohne Fonds liegt der Tarif bei rund 3.200 bis 3.900 Euro.

Bis zu welchem Alter zahlt der IVF-Fonds?

Die Frau muss beim Start des Versuchs jünger als 40 sein, ihr Partner oder ihre Partnerin jünger als 50.

Zahlt der IVF-Fonds auch eine Insemination?

Nein. Der Fonds beteiligt sich nur an IVF, ICSI, Kryoversuchen und der Gewinnung von Samenzellen aus dem Hoden (MESA, TESE).

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