Gesundheit
Darmkrankheiten bei Kindern: Warnzeichen und wann Sie zum Arzt sollten
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Die häufigste Ursache für Erbrechen und Durchfall bei Kindern ist eine virale Gastroenteritis, meist ausgelöst durch Noro- oder Rotaviren, umgangssprachlich Magen-Darm-Grippe. Die eigentliche Gefahr liegt dabei selten in der Infektion selbst, sondern im Flüssigkeitsverlust: Vor allem Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren können durch anhaltendes Erbrechen oder Durchfall schnell dehydrieren.
Warnzeichen für eine Dehydration erkennen
Eine beginnende Dehydration zeigt sich an mehreren Anzeichen gleichzeitig, nicht an einem einzelnen Symptom:
- Trockener Mund und trockene Zunge
- Keine oder kaum Tränenflüssigkeit beim Weinen
- Deutlich weniger Urin beziehungsweise auffällig wenige nasse Windeln, sehr dunkler Urin
- Eingefallene Augen, bei Babys eine eingesunkene Fontanelle
- Schlaffe Haut, die nach leichtem Zusammendrücken langsam zurückgeht
- Ungewöhnliche Schläfrigkeit oder Apathie, das Kind wirkt schwach und teilnahmslos
Besonders gefährdet sind Säuglinge und Kleinkinder unter zwei Jahren sowie Kinder mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Immundefizienz oder nach Darmoperationen.
Wann Sie mit dem Kind zum Arzt sollten
In folgenden Fällen sollten Sie rasch ärztlichen Rat einholen, statt abzuwarten:
- Sofort: Das Kind kann keine Flüssigkeit bei sich behalten, wirkt schlapp und blass oder atmet auffällig schnell, hat eine bläuliche Hautfarbe.
- Innerhalb weniger Stunden: Blut im Stuhl oder Erbrochenen, sehr junges Baby unter drei Monaten mit Erbrechen oder Durchfall, deutliche Anzeichen einer Dehydration wie oben beschrieben.
- Bei anhaltenden Beschwerden: Erbrechen oder Durchfall, das länger als 24 Stunden ohne Besserung anhält.
- Bei Fieber: Über 39 Grad, das länger als zwei bis drei Tage anhält.
Außerhalb der Ordinationszeiten des Kinderarztes gibt es in Wien mehrere Anlaufstellen für akute Fälle, von der Kinderambulanz bis zum telefonischen Gesundheitsservice. Eine Übersicht mit Adressen und Öffnungszeiten steht unter Kinderärzte mit Abend- oder Wochenendordination in Wien.
Was zu Hause hilft
Bei einer unkomplizierten Magen-Darm-Erkrankung ohne die oben genannten Warnzeichen steht der Flüssigkeitsersatz im Vordergrund: kleine Mengen, dafür häufig anbieten, etwa alle paar Minuten einen Schluck. Geeignet sind Wasser, ungesüßter Tee oder spezielle orale Rehydratationslösungen aus der Apotheke, die Elektrolyte und Zucker in einem für Kinder passenden Verhältnis enthalten. Auf stark gezuckerte Getränke oder unverdünnte Fruchtsäfte sollten Sie verzichten, sie können den Durchfall eher verschlimmern.
Häufige Fragen
Was ist die häufigste Ursache für Durchfall und Erbrechen bei Kindern?
Meist eine virale Gastroenteritis, ausgelöst durch Noro- oder Rotaviren, umgangssprachlich Magen-Darm-Grippe genannt.
Woran erkenne ich eine Dehydration bei meinem Kind?
An mehreren gleichzeitigen Anzeichen: trockener Mund, wenig oder kein Urin, eingefallene Augen, bei Babys eine eingesunkene Fontanelle, schlaffe Haut und ungewöhnliche Schläfrigkeit.
Wie lange darf ich bei Erbrechen oder Durchfall abwarten, bevor ich zum Arzt gehe?
Ohne akute Warnzeichen bis zu 24 Stunden. Bei Blut im Stuhl, einem Baby unter drei Monaten oder deutlichen Dehydrationszeichen sofort.
Was darf mein Kind bei Magen-Darm-Erkrankungen trinken?
Wasser, ungesüßter Tee oder orale Rehydratationslösungen aus der Apotheke, in kleinen Mengen, dafür häufig. Stark gezuckerte Getränke und unverdünnte Fruchtsäfte lieber vermeiden.