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Ohrenschmerzen bei Kindern: was wirklich hilft und wann zum Arzt

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Eine Mutter tröstet ihren Sohn, der sich schmerzverzogen ans Ohr fasst

Die meisten Mittelohrentzündungen bei Kindern heilen von selbst ab, Antibiotika sind oft unnötig und beeinflussen den Krankheitsverlauf kaum. Im Vordergrund steht die Schmerzlinderung, meist mit Ibuprofen oder Paracetamol, während der Körper die Entzündung selbst bekämpft.

Häufige Ursachen für Ohrenschmerzen

Bei Kindern entstehen Ohrenschmerzen meist im Rahmen einer Erkältung oder eines Schnupfens, der auf das Mittelohr übergreift. Weitere Ursachen sind Verletzungen durch Wattestäbchen, Wasser im Gehörgang etwa nach dem Schwimmen, oder bei Kleinkindern und Babys ein Fremdkörper, den sie sich selbst ins Ohr gesteckt haben.

Was wirklich hilft

Schmerz- und fiebersenkende Mittel wie Ibuprofen oder Paracetamol lindern die Beschwerden zuverlässig und sind rezeptfrei erhältlich, die Dosierung richtet sich nach Alter und Gewicht des Kindes. Antibiotika helfen laut unabhängigen Gesundheitsinformationen nur in bestimmten Fällen: bei Kindern unter zwei Jahren mit einer beidseitigen Mittelohrentzündung oder bei eitrigem Ausfluss aus dem Ohr. In allen anderen Fällen ist ein abwartendes Beobachten über zwei bis drei Tage üblich, bevor überhaupt über Antibiotika nachgedacht wird, weil sich die meisten Mittelohrentzündungen von selbst bessern (Gesundheitsinformation.de, Mittelohrentzündung bei Kindern).

Abschwellende Nasentropfen können die Nasenatmung erleichtern, wirken aber nicht nachweislich gegen die Entzündung selbst. Ohrentropfen dürfen nur verwendet werden, wenn das Trommelfell nicht verletzt ist.

Hausmittel: was wissenschaftlich nicht belegt ist

Für verbreitete Hausmittel wie Zwiebelsäckchen, Wadenwickel oder Rotlichtbehandlung fehlen wissenschaftliche Belege für ihre Wirksamkeit gegen die Entzündung. Manche Kinder empfinden warme Kompressen dennoch als beruhigend, was als ergänzende, aber nicht ersetzende Maßnahme durchaus in Ordnung ist.

Wann zum Arzt?

  • Zusätzliches Fieber zu den Ohrenschmerzen.
  • Mittelstarke bis starke Schmerzen, die sich nicht durch Schmerzmittel bessern lassen.
  • Blutungen oder Ausfluss aus dem Ohr.
  • Kinder unter zwei Jahren generell frühzeitig abklären lassen.
  • Keine Besserung innerhalb von zwei bis drei Tagen, anhaltend hohes Fieber oder plötzliches schlechtes Hören.
  • Schlechtes Allgemeinbefinden des Kindes insgesamt.

Außerhalb der regulären Ordinationszeiten gibt eine Übersicht mit Adressen unter Kinderärzte mit Abend- oder Wochenend­ordination in Wien Orientierung.

Häufige Fragen

Braucht mein Kind bei Ohrenschmerzen immer Antibiotika?

Nein, meist nicht. Antibiotika sind vor allem bei Kindern unter zwei Jahren mit beidseitiger Entzündung oder bei eitrigem Ausfluss sinnvoll, sonst wird oft erst zwei bis drei Tage abgewartet.

Helfen Zwiebelsäckchen gegen Ohrenschmerzen?

Wissenschaftliche Belege dafür fehlen, manche Kinder empfinden Wärme trotzdem als angenehm.

Wann muss ich mit Ohrenschmerzen sofort zum Arzt?

Bei zusätzlichem Fieber, starken Schmerzen, Blutungen oder Ausfluss aus dem Ohr, bei Kindern unter zwei Jahren sowie bei schlechtem Allgemeinbefinden.

Was hilft am zuverlässigsten gegen die Schmerzen?

Rezeptfreie Schmerz- und Fiebermittel wie Ibuprofen oder Paracetamol, dosiert nach Alter und Gewicht des Kindes.

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