Krabbelstuben – öffentliche und private Betreuung für Kleinkinder

Wien ist das erste Bundesland, das die Vorgaben für die Kleinstkinderbetreuung erfüllt. Das soganannte Barcelona-Ziel ist erreicht, wenn 33 Prozent der Null- bis Dreijährigen einen Betreuungsplatz in einer Krabbelstube finden. Wien liegt bei 33,9 Prozent, dabei werden in 282 Krippengruppen 5.200 Kinder betreut.

Städtische und private Krabbelstuben und Kinderkrippen

kleinkind lachtDie städtischen Kinderkrippen sind ganzjährig von 6.30 bis 17.30 geöffnet und bieten Null- bis Dreijährigen eine professionelle und liebevolle Betreuung. Die Pädagogen sind sich einig, dass feste Tagesabläufe den Kleinstkindern helfen, sich in der neuen Umgebung einzuleben und zurecht zu finden. Frühstück, Mittagessen und Nachmittagsjause sind Fixpunkte, ebenso Lern- und Spielprogramme wie Ruhephasen.

Sprachliche Entwicklung wird gefördert

Wichtig in der pädagogischen Förderung ist für die Betreuer das Heranführen der Kinder zu gewissen selbständigen Handlungen. Der Gebrauch eines alltäglichen Gegenstandes wird dabei ebenso erlernt wie die Verwendung verschiedener Materialien zur Förderung der Fingerfertigkeit. Großer Wert wird auch auf die sprachliche Entwicklung gelegt, wobei die Betreuung in Kleingruppen erfolgt, damit genügend Zeit für das einzelne Kind bleibt und auch das Bedürfnis nach körperlicher Zuwendung gestillt werden kann. Eine Gruppe besteht aus maximal 15 Kindern. Die Betreuung erfolgt durch zwei Kindergartenpädagogen und zwei Kindergartenassistenten.

Private Krabbelstuben und Integrationsgruppen

Auch in den Kinderkrippen bestehen Integrationsgruppen, in denen Kinder mit Behinderung aufgenommen werden. Auch die Betreuung von autistischen Kindern wird angeboten.
Private Kinderkrippen werden etwa von den Wiener Kinderfreunden und vom Verein Kinder in Wien geführt. Der Dachverband der Wiener Kindergärten und -horte, die Vereine Kinderdrehscheibe und der Verein Family Business vermitteln Betreuungsplätze in Krabbelstuben. Auf der Homepage des Dachverbandes der Wiener Kindergärten und -horte unter www.kindergarten.at können genauere Informationen eingeholt werden. Viele private Kindergärten führen auch einzelne Krippengruppen.

Private Krabbelstuben sind auch an den Universitäten für Kinder von Universätsangehörigen und Studenten eingerichtet. UniKid, die Informationsplattform für Eltern an Universitäten, bietet eine umfassende Zusammenfassung der universitären Kinderbetreuung unter www.unikid.at

Was kosten Krabbelstubenplätze?

Durch Förderungen der Stadt Wien ist die Betreuung eines Kleinstkindes in der Krabbelstube beitragsfrei. Lediglich der Essensanteil muss von den Eltern in der Höhe von 60,61 Euro übernommen werden. Es kann jedoch eine Ermäßigung oder gänzliche Befreiung beim Amt für Jugend und Familie, Magistratsabteilung 11, beantragt werden, wenn das Einkommen aller im Haushalt lebenden Personen 1.100 Euro nicht übersteigt.

Das Amt für Jugend und Familie ist telefonisch unter 01/ 4000-90710 und per Mail unter gr-gek@ma11.wien.gv.at erreichbar.Die beitragsfreie Betreuung in der Kinderkrippe wird jedoch nur jenen Familien gewährt, in denen mindestens ein Elternteil und das Kind den Hauptwohnsitz in Wien haben.

Angebote für Pendler und und geförderte private Betreuung für Kleinstkinder

In den privaten Krabbelstuben werden geförderte und nicht geförderte Betreuungsplätze angeboten. Bei den geförderten ist ebenfalls nur der Essensbeitrag zu entrichten.
Für Pendler, die ihr Kleinstkind in der Nähe ihrer Arbeitsstätte in Wien betreut wissen möchten, wird für eine Halbtagsbetreuung ein Beitrag inklusive Essensanteil von 141,21 Euro und für einen Ganztagesplatz ein Beitrag von 238,59 Euro verrechnet.

Die Anmeldung für einen Platz in der Krabbelstube sollte im Jänner und Februar für das nächste Jahr, wenn die Karenzzeit zu Ende geht, erfolgen. Bei einer vorzeitigen Rückkehr aus dem Karenz ist die Anmeldung jederzeit möglich.

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