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Private Krankenversicherung für Familien: was sie bringt und was Kinder ohnehin haben
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Kinder sind in Österreich ab der Geburt automatisch und kostenlos bei beiden Eltern mitversichert, bis einen Tag vor dem 18. Geburtstag, in Ausbildung unter Umständen länger. Eine private Krankenversicherung braucht es für die medizinische Versorgung also nicht. Sie ist eine Zusatzversicherung, die Komfort bringt: Sonderklasse im Spital, Privatärztinnen und Privatärzte, je nach Tarif auch alternative Therapien.
Eine bessere medizinische Behandlung darf es für Zusatzversicherte laut Verein für Konsumenteninformation nicht geben. Der Vorteil liegt vor allem bei Zimmer, Arztwahl und kürzeren Wartezeiten im privaten Bereich.
Was Kinder ohne Zusatzversicherung haben
- Mitversicherung: Kinder sind ab der Geburt bei beiden Elternteilen mitversichert, gratis, bis einen Tag vor dem 18. Geburtstag. Danach geht es unter bestimmten Voraussetzungen weiter, etwa solange Familienbeihilfe bezogen wird (ÖGK, Mitversicherung Kinder).
- Kinderärztinnen und Kinderärzte mit Kassenvertrag sowie die Kinderambulanzen der Spitäler, auch am Wochenende. Wo in Wien, steht unter Kinderarzt am Wochenende und abends.
- Eltern-Kind-Pass-Untersuchungen und das kostenlose Kinderimpfprogramm.
Was eine private Zusatzversicherung bringt
Je nach Tarif übernimmt eine Zusatzversicherung (VKI, private Krankenversicherung):
- Sonderklasse im Spital: Ein- oder Zweibettzimmer und Wahl der behandelnden Ärztin oder des Arztes, auch in Privatkliniken.
- Privatärzte (Wahlarzttarif): Kosten für Ärztinnen und Ärzte ohne Kassenvertrag, ganz oder bis zu einem Limit.
- Alternative Therapien, je nach Vertrag.
- Taggeld bei einem Krankenhausaufenthalt.
Kürzere Wartezeiten gibt es vor allem in Privatordinationen und Privatspitälern. In öffentlichen Spitälern dürfen Sonderklasse-Versicherte laut VKI bei Wartezeiten nicht bevorzugt werden.
Wenn ein Kind ins Spital muss
Viele Eltern denken bei einer Zusatzversicherung an den Fall, dass ihr Kind stationär aufgenommen wird und ein Elternteil bleiben möchte. In Wien gilt für Begleitpersonen (Stadt Wien, Sozialinfo):
- Die Begleitung von Kindern bis drei Jahre ist kostenlos, bei chronisch kranken Kindern oder wenn das Kind auf die Begleitperson angewiesen ist auch bei älteren Kindern.
- Sonst sind die Kosten nach Alter des Kindes gestaffelt.
- Verrechnet werden höchstens 14 Tage pro Jahr.
Die Sozialversicherung übernimmt Unterbringung und Verpflegung der Begleitperson nicht (Gesundheitsportal, Kosten im Spital). Ob eine private Versicherung diese Kosten zahlt, hängt vom Tarif ab. Fragen Sie beim Abschluss ausdrücklich danach.
Private Versicherung für die Geburt
Einige Privatkliniken in Wien verrechnen die Geburt mit einer Sonderklasse-Zusatzversicherung direkt. Ohne Versicherung kostet eine Geburt dort allein an Hauspauschale 2.680 bis 2.763 Euro, dazu Honorare. Rudolfinerhaus und Privatklinik Döbling verweisen auf Anbieter, bei denen man eine Zusatzversicherung auch noch in der Schwangerschaft abschließen kann. Die Preise stehen unter Geburtskliniken in Wien.
Worauf Sie beim Abschluss achten sollten
- Früh abschließen: Die Prämie hängt vom Alter beim Abschluss ab, je jünger, desto günstiger.
- Gesundheitsprüfung: Versicherer können Anträge ablehnen. Bei Vorerkrankungen gibt es oft einen Zuschlag, eine Wartezeit oder einen Ausschluss dieser Krankheit. Wer Vorerkrankungen verschweigt, riskiert, dass die Versicherung im Schadensfall nicht zahlt.
- Bundesland: Ein Tarif nur für Wien ist günstiger als österreichweite Deckung.
- Selbstbehalte senken die Prämie, ebenso die Beschränkung auf das Wesentliche, etwa nur Sonderklasse ohne Wahlarzt.
- Prämienerhöhungen: Die Prämien steigen jedes Jahr, berechnet nach dem aktuellen Alter. Das muss auf Dauer leistbar sein.
- Bindung: Üblich sind drei Jahre, danach ist eine Kündigung jährlich möglich. Ein Wechsel lohnt selten, weil wieder eine Gesundheitsprüfung fällig wird.
- Gruppenversicherung: Manche Arbeitgeber bieten günstigere Gruppentarife an.
Quelle: VKI, häufige Fragen zur privaten Krankenversicherung.
Der VKI rät, sich von einem unabhängigen, auf Krankenversicherung spezialisierten Makler beraten zu lassen, weil die Tarife unübersichtlich sind.
Kann man die Prämie von der Steuer absetzen?
Nein, nicht mehr. Prämien für freiwillige Krankenversicherungen waren bis 2020 als Sonderausgaben absetzbar, aber nur für Verträge, die vor 2016 abgeschlossen wurden. Diese Übergangsfrist ist ausgelaufen (RES Steuerberatung, Topf-Sonderausgaben).
Häufige Fragen
Braucht mein Kind eine private Krankenversicherung?
Für die medizinische Versorgung nicht, Kinder sind kostenlos bei den Eltern mitversichert. Eine Zusatzversicherung bringt Komfort wie Sonderklasse oder Privatärzte.
Bis wann ist ein Kind bei den Eltern mitversichert?
Kostenlos bis einen Tag vor dem 18. Geburtstag. Danach unter bestimmten Voraussetzungen weiter, etwa bei Bezug von Familienbeihilfe.
Wann sollte man eine Zusatzversicherung für ein Kind abschließen?
Je früher, desto günstiger die Prämie, und solange keine Vorerkrankungen bestehen, die zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen.
Kann ich die private Krankenversicherung von der Steuer absetzen?
Nein, seit 2021 nicht mehr.