Gesundheit
Schafblattern bei Kindern: Beginn, Ansteckung und Dauer
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Schafblattern sind ansteckend, bevor man sie sieht: Schon etwa zwei Tage vor den ersten Pusteln kann ein Kind das Virus weitergeben. Ansteckend bleibt es, bis das letzte Bläschen verkrustet ist, meist rund eine Woche nach Beginn des Ausschlags. Erst dann darf es wieder in Kindergarten oder Schule.
Schafblattern, Feuchtblattern und Windpocken sind drei Namen für dieselbe Krankheit. Der medizinische Name lautet Varizellen, ausgelöst wird sie vom Varizella-Zoster-Virus aus der Familie der Herpesviren. In Österreich sind „Schafblattern“ und „Feuchtblattern“ gebräuchlich, in Deutschland „Windpocken“.
Wie Schafblattern beginnen
Am Anfang steht oft nur ein leichtes Krankheitsgefühl, manchmal mit etwas Fieber. Dann bricht plötzlich der Ausschlag aus, der stark juckt und sich über den ganzen Körper ausbreitet. Er zeigt sich auch auf der behaarten Kopfhaut und im Mund. Das Fieber kann auf bis zu 39 Grad steigen (Gesundheitsportal, Feuchtblattern).
Der Ausschlag verändert sich in mehreren Stufen:
- rote Flecken
- kleine Knötchen
- Bläschen mit klarer Flüssigkeit und rotem Rand
- Krusten, die nach und nach abfallen
Inkubationszeit und Ansteckung
Zwischen Ansteckung und den ersten Beschwerden liegen meist zwei bis drei Wochen, selten bis zu vier. Die Kinderärztinnen und Kinderärzte von kinderaerzte-im-netz.at nennen 14 bis 21 Tage.
Übertragen wird das Virus vor allem über Tröpfchen beim Sprechen, Husten und Niesen. Es verbreitet sich über mehrere Meter durch die Luft, daher der Name Windpocken. Anstecken kann man sich außerdem über die Flüssigkeit in den Bläschen, wenn sie aufgehen oder aufgekratzt werden. Laut einer Wiener Kinderarztpraxis reichen fünf Minuten im selben Raum (Kinderarztpraxis Schumanngasse).
| Zeitpunkt | Was passiert |
|---|---|
| Tag 0 | Kontakt mit einem erkrankten Kind |
| etwa 2 Tage vor dem Ausschlag | Das Kind ist bereits ansteckend, sieht aber noch gesund aus |
| nach 14 bis 21 Tagen | erster Ausschlag, oft leichtes Fieber |
| ab dem Ausschlag | aus roten Flecken werden Knötchen und Bläschen |
| etwa eine Woche nach Beginn des Ausschlags | alle Bläschen verkrustet, das Kind ist nicht mehr ansteckend |
Richtwerte laut Gesundheitsportal und kinderaerzte-im-netz.at. Im Einzelfall kann der Verlauf kürzer oder länger sein.
Wie lange dauern Schafblattern?
Die Krankheit dauert typischerweise acht bis zehn Tage. Das Kind ist so lange ansteckend, bis das letzte Bläschen verkrustet ist. Die Krusten selbst übertragen das Virus nicht mehr.
Wann darf mein Kind wieder in den Kindergarten?
Erst wenn die letzte Stelle sicher verkrustet ist. Rechnen Sie also mit gut einer Woche zu Hause, manchmal etwas länger. Ob der Kindergarten eine ärztliche Bestätigung verlangt, erfahren Sie direkt bei der Einrichtung.
Geschwister, die noch keine Schafblattern hatten und nicht geimpft sind, können sich anstecken. Wegen der langen Inkubationszeit zeigt sich der Ausschlag bei ihnen dann erst zwei bis drei Wochen später, die Krankheit kann eine Familie also mehrere Wochen beschäftigen.
Was gegen Juckreiz und Fieber hilft
Bei sonst gesunden Kindern werden die Beschwerden gelindert, das Virus selbst wird meist nicht behandelt:
- Gegen den Juckreiz: Lotionen und Gele, etwa Zinkschüttelmixturen, die zusätzlich das Verkrusten fördern. Auch Antihistaminika lindern den Juckreiz, fragen Sie dazu Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
- Nägel kurz schneiden: Aufgekratzte Bläschen können sich mit Bakterien entzünden.
- Gegen Fieber: fiebersenkende Mittel nach Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt. Acetylsalicylsäure (etwa in Aspirin) dürfen Kinder nicht bekommen, sie kann das gefährliche Reye-Syndrom auslösen.
Wird die Krankheit früh erkannt, können antivirale Medikamente den Verlauf abschwächen. Ob das sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.
Wann Sie zum Arzt sollten
Meist verlaufen Schafblattern bei Kindern harmlos. Komplikationen sind selten, kommen aber vor: bakterielle Entzündungen der Haut, Lungenentzündung, Hirnhaut- oder Gehirnentzündung. Hinweise auf eine Beteiligung des Nervensystems sind etwa Sprach- oder Gleichgewichtsstörungen, dann braucht das Kind sofort ärztliche Hilfe. Besonders gefährdet sind Neugeborene und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.
Rufen Sie vor einem Besuch in der Ordination an. Schafblattern sind hoch ansteckend, und im Wartezimmer sitzen oft Säuglinge und Schwangere.
Schafblattern bei Erwachsenen und in der Schwangerschaft
Erwachsene erkranken seltener, aber oft schwerer: Bis zu 20 Prozent der erkrankten Erwachsenen bekommen eine Lungenentzündung. Frauen mit Kinderwunsch, die keine Schafblattern hatten, wird die Impfung vor einer Schwangerschaft empfohlen. Nach der Impfung sollte einen Monat lang keine Schwangerschaft eintreten, weil der Impfstoff abgeschwächte lebende Viren enthält (Gesundheitsportal, Impfung gegen Varizellen). Hatte eine Schwangere ohne Schutz Kontakt mit einem erkrankten Kind, sollte sie umgehend ihre Frauenärztin oder ihren Frauenarzt anrufen.
Einmal Schafblattern, immer geschützt?
Nach überstandener Krankheit sind die meisten Menschen lebenslang geschützt. Das Virus bleibt aber in den Nervenzellen und kann Jahre später als Gürtelrose wieder aktiv werden, meist im Erwachsenenalter.
Die Impfung gegen Schafblattern
Empfohlen sind zwei Impfungen ab dem ersten Geburtstag, die zweite vorzugsweise sechs Wochen nach der ersten, frühestens nach vier Wochen. Die Impfung gibt es auch als Vierfach-Impfstoff zusammen mit Masern, Mumps und Röteln.
Anders als die Masern-Mumps-Röteln-Impfung ist die Impfung gegen Schafblattern nicht im kostenfreien Kinderimpfprogramm enthalten, die Eltern zahlen sie selbst (Sozialministerium, kostenfreies Kinderimpfprogramm). In Wien impft auch das Impfservice Wien, Termine gibt es unter der Nummer 1450 oder online. Wurden die beiden Teilimpfungen im Kleinkindalter versäumt und hatte das Kind keine Schafblattern, lassen sie sich im Schulalter nachholen.
Mehr zu Fieber bei Kindern und wie man richtig misst: Fieber bei Kindern.
Häufige Fragen
Wie beginnen Schafblattern?
Oft mit leichtem Unwohlsein und etwas Fieber, dann bricht plötzlich ein stark juckender Ausschlag aus. Aus roten Flecken werden Knötchen, dann Bläschen mit klarer Flüssigkeit, die schließlich verkrusten.
Wie lange ist die Inkubationszeit bei Schafblattern?
Meist zwei bis drei Wochen, in der Regel 14 bis 21 Tage, selten bis zu vier Wochen.
Wie lange sind Schafblattern ansteckend?
Von etwa zwei Tagen vor dem Ausschlag, bis das letzte Bläschen verkrustet ist, meist rund eine Woche nach Beginn des Ausschlags.
Wie lange muss mein Kind mit Schafblattern zu Hause bleiben?
Bis alle Bläschen verkrustet sind, meist gut eine Woche. Erst dann darf es wieder in Kindergarten oder Schule.
Kann man Schafblattern zweimal bekommen?
Nach einer überstandenen Erkrankung ist man meist lebenslang geschützt. Das Virus kann aber später als Gürtelrose zurückkehren.